Aus der Werkzeugkiste
Hier geben wir einige Tipps und Tricks aus der Praxis weiter – zum Abkanten, Schweissen und zum CAD-Datenaustausch.
Aktuelle Tipps versenden wir zwei- bis dreimal pro Jahr mit unserem Newsletter.
Abkanten
Die Matrizenöffnung (V in mm) ist die Basis: Das Werkstück muss auf ihr aufliegen, sonst lässt es sich nicht biegen. Entscheidend ist dabei die minimale Schenkellänge (halbe V-Öffnung + 1.4 mm).
Die Biegeinformationen lassen sich mit dem Trumpf-Berechnungstool BendGuide ermitteln – ideal für Presskraft, Presskrafttabelle, Schachtelhöhe, Schenkellänge und Biegeradien.
Quersicken
Zur Stabilisierung von Winkeln bis 4 mm Blechdicke setzen wir Werkzeuge zum Quersicken ein. So entstehen Winkel und Versteifungen in einem Schritt, und Biegeschenkel dünner Bleche werden versteift. Die Sickenabstände sind frei wählbar.
CAD Datenaustausch
Informationen zum optimalen CAD-Datenaustausch finden Sie hier.
Schweissen
Das Hand-Laserschweissen ist der «Newcomer» in der Werkstatt. Es löst einige der grössten Nachteile von WIG und MIG/MAG elegant – bringt aber auch neue Anforderungen mit sich.
Der direkte Vergleich:
Hand-Laserschweissen im Fokus
Beim Laserschweissen dient ein hochenergetischer Lichtstrahl als Wärmequelle. Im Gegensatz zum Lichtbogen ist dieser Strahl extrem fokussiert.
| Merkmal | Hand-Laserschweissen | WIG-Schweissen | MIG/MAG-Schweissen |
| Geschwindigkeit | Extrem hoch (bis zu 4× schneller als WIG) | Langsam | Mittel bis Schnell |
| Wärmeeintrag | Minimal (kaum Verzug) | Hoch (viel Verzug) | Mittel |
| Nacharbeit | Fast keine (saubere Naht) | Gering | Hoch (Spritzer/Schlacke) |
| Lernkurve | Sehr kurz (Stunden) | Sehr lang (Jahre) | Mittel (Wochen) |
| Sicherheit | Kritisch (Laserschutzraum!) | Moderat (Augenschutz) | Moderat (Augenschutz) |
Die entscheidenden Vorteile des Lasers
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Geringer Wärmeverzug: Der Laserstrahl bringt die Energie punktgenau und sehr schnell ein; das umliegende Material erwärmt sich kaum. Ideal für dünne Bleche, die sich beim WIG-Schweissen oft wellenförmig verziehen.
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Einfachheit: Beim WIG-Schweissen braucht es die perfekte Koordination beider Hände. Beim Laser führt man die Pistole fast wie eine Heissklebepistole – auch Einsteiger ziehen nach kurzer Zeit optisch saubere Nähte.
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Materialvielfalt: Ähnlich wie WIG verarbeitet der Laser fast alles: Edelstahl, Aluminium, Kupfer – und sogar Verbindungen unterschiedlicher Metalle.
Die Kehrseite: die Nachteile
Das Hand-Laserschweissen ist kein Allheilmittel:
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Sicherheit (der wichtigste Punkt): Ein Laserstrahl ist deutlich gefährlicher als ein Lichtbogen. Reflexionen können Augen in Millisekunden dauerhaft schädigen – auch auf Distanz. Zwingend nötig ist ein Laserschutzraum oder eine Kabine mit zertifizierten Vorhängen und Sensoren.
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Bauteilvorbereitung: Weil der Strahl sehr schmal ist, müssen die Werkstücke spaltfrei aneinanderliegen. Beim MIG/MAG lässt sich ein Spalt einfach «zubraten» – der Laserstrahl fällt dort hindurch.
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Anschaffungskosten: Eine gute Hand-Laseranlage kostet oft das Fünf- bis Zehnfache eines professionellen WIG-Geräts.
Fazit: Welches Verfahren wofür?
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WIG: Für höchste Präzision, feinste Optik und handwerkliche Meisterstücke (z. B. Rohrleitungsbau, Motorsport).
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MIG/MAG: Wenn es schnell gehen muss und dicke Stahlträger oder massive Konstruktionen gefragt sind (Stahlbau, Landwirtschaft).
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Hand-Laser: Bei hohen Stückzahlen dünner bis mitteldicker Bleche – ohne Zeitverlust für Richten oder Schleifen nach dem Schweissen.
